#NEUJAHRSEMPFANG2026
Viel Prominenz und eine Ministerin-Ansage: "Finanzielle Einschnitte in der Wissenschaft wären ein schwerer Fehler"
Viel Prominenz in bester Stimmung - der uniko-Neujahrsempfang 2026 am Erste-Campus hebt sich von den krisenbelasteten Vorjahren ab. Zwar mangelt es weiterhin nicht an internationalen Krisen, aber es ist sowohl am Rednerpult als auch im Publikum viel von Strategien und Auswegen die Rede. So auch in der Ansprache von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. Dass Trump in Bezug auf Wissenschaft und Universitäten gleich die Kettensäge auspacken würde, habe in dem Ausmaß wohl viele überrascht. "Aber mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben wir es geschafft, die Freiheit der Forschung zu leben. Es ist Ihr Netzwerk, Ihre Exzellenz, Ihre Forschungsinfrastruktur, die dazu beiträgt, dass Forscherinnen kommen", streut die Ministerin Rosen. Sie räumt ein, dass sie mit dem schleppenden Fortgang beim FTI-Pakt nicht zufrieden ist und und platziert eine eindeutige Botschaft: "Finanzielle Einschnitte in der Wissenschaft wären ein schwerer Fehler."
Für den Mai und Juni 2026 kündigt die Ministerin einen Trialog zwischen Rektor:innen, Unirät:innen und dem Wissenschaftsministerium an. Dabei sollen Antworten auf die Fragen gefunden werden: Was sind unsere Stärken? Wo können wir Profile stärken? Welche Synergien können wir nutzen? Wo sind die größten Hebel, die wir bedienen sollten? "Wir können Ressourcen verschieben, wir können Prioritäten setzen. Lassen Sie uns 2026 nutzen und gemeinsam etwas bewegen", sagt Holzleitner.
Unter den Zuhörer:innen im Publikum: Verfassungsgerichtshofpräsident Christoph Grabenwarter, Grünen-Klubobfrau Sigrid Maurer, die Nationalratsabgeordneten Martina Künsberg Sarre (Neos) und Rudolf Taschner (ÖVP), die ehemaligen uniko-Präsident:innen Oliver Vitouch, Sabine Seidler, Eva Blimlinger, Heinrich Schmidinger und Georg Winckler sowie FORWIT-Vorsitzender Thomas Henzinger, PH-Präsidentin Beatrix Karl, FH-Präsidentin Ulrike Prommer, FWF-Präsident Christof Gattringer, ÖH-Vorsitzende Selina Wienerroither, Rektor:innen und Vizerektor:innen und viele weitere Akteur:innen aus der Forschungs- und Wissenschaftscommunity.
Gastgeber ist wie in den Vorjahren die Erste Bank, deren CFO Stefan Dörfler in seinem Statement die Bedeutung eines starken Europa hervorhebt. Die Größe, die Diversität, grenzüberschreitende Ausbildung und Weiterentwicklung, Kooperation im europäischen Kontext seien zentral für die internationale Wettbewerbsfähigkeit und für Erfolg.
Gert Mayer ist seit 1. Oktober 2025 Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck. Seine Inaugurationsrede, gehalten am 14. Jänner 2026, in Auszügen:
Als ich mit dem Medizinstudium begonnen habe, gab es in Österreich ca. 15.000 praktizierende Ärzt:innen, man sprach von einer Ärzt:innenschwemme und es war klar, dass man nach dem Abschluss arbeitslos ist, und so war es auch. Heute gibt es bei über 50.000 Kolleg:innen einen - zumindest gefühlten - Mangel. Darüber könnte man schon nachdenken.
Rektor Matthias Gauly leitet seit 15. April die veterinärmedizinische Universität. Die feierliche Inauguration findet am 28. Oktober statt. Seine Ansprache hält Gauly im Anzug, ohne Talar, und in Form der direkten Anrede ausgewählter Repräsentanten im Publikum. Hier einige Schlüsselzitate aus seiner Rede:
Matthias Gauly über
… Talare: „Dass wir keine Talare tragen, hat nichts damit zu tun, dass wir der Meinung sind, sie stehen uns nicht besonders, und auch nicht damit, dass wir der Meinung sind, Tradition hat keinen Wert. Da widerspreche ich unserer Gründerin Maria Theresia, die gesagt hat, Talare sind Firlefanz, den man nicht braucht. Nein, wir brauchen sie für akademische Feiern, und da werden wir sie auch tragen. Aber heute haben wir uns gedacht, das ist ja keine Feier für uns, sondern eine für die gesamte Universität, und da wollen wir nicht so ganz anders aussehen als die vielen Teilnehmer:innen, die hier sind.“