Viel Prominenz in bester Stimmung - der uniko-Neujahrsempfang 2026 am Erste-Campus hebt sich von den krisenbelasteten Vorjahren ab. Zwar mangelt es weiterhin nicht an internationalen Krisen, aber es ist sowohl am Rednerpult als auch im Publikum viel von Strategien und Auswegen die Rede. So auch in der Ansprache von Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner. Dass Trump in Bezug auf Wissenschaft und Universitäten gleich die Kettensäge auspacken würde, habe in dem Ausmaß wohl viele überrascht. "Aber mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung haben wir es geschafft, die Freiheit der Forschung zu leben. Es ist Ihr Netzwerk, Ihre Exzellenz, Ihre Forschungsinfrastruktur, die dazu beiträgt, dass Forscherinnen kommen", streut die Ministerin Rosen. Sie räumt ein, dass sie mit dem schleppenden Fortgang beim FTI-Pakt nicht zufrieden ist und und platziert eine eindeutige Botschaft: "Finanzielle Einschnitte in der Wissenschaft wären ein schwerer Fehler."
Rektor Matthias Gauly leitet seit 15. April die veterinärmedizinische Universität. Die feierliche Inauguration findet am 28. Oktober statt. Seine Ansprache hält Gauly im Anzug, ohne Talar, und in Form der direkten Anrede ausgewählter Repräsentanten im Publikum. Hier einige Schlüsselzitate aus seiner Rede:
Matthias Gauly über
… Talare: „Dass wir keine Talare tragen, hat nichts damit zu tun, dass wir der Meinung sind, sie stehen uns nicht besonders, und auch nicht damit, dass wir der Meinung sind, Tradition hat keinen Wert. Da widerspreche ich unserer Gründerin Maria Theresia, die gesagt hat, Talare sind Firlefanz, den man nicht braucht. Nein, wir brauchen sie für akademische Feiern, und da werden wir sie auch tragen. Aber heute haben wir uns gedacht, das ist ja keine Feier für uns, sondern eine für die gesamte Universität, und da wollen wir nicht so ganz anders aussehen als die vielen Teilnehmer:innen, die hier sind.“
#SOLIDARITÄTSERKLÄRUNG
uniko unterstützt den Kampf der Universitäten Georgiens um akademische Freiheit
Pläne der georgischen Regierung zielen auf die Abschaffung universitärer Autonomie: Hochschulen aus Deutschland, Polen, Österreich und der Slowakei organisieren Protest
Die Rektorenkonferenzen Österreichs (uniko, FHK), Deutschlands (HRK), Polens (CRASP) und der Slowakei (SRC) sind zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen im georgischen Hochschulwesen. Insbesondere das Nationale Konzept zur Reform des Hochschulsystems in Georgien, das die georgische Regierung am 16. Oktober 2025 veröffentlichte, droht, die universitäre Autonomie und die akademische Freiheit in Georgien abzuschaffen.
Das Konzept bricht mit den Prinzipien, zu denen sich Georgien als Mitglied des Bologna-Prozesses und damit des Europäischen Hochschul- und Forschungsraums verpflichtet hat. Die im Konzept vorgesehenen Maßnahmen zur Umstrukturierung des Systems und der Finanzierung der Hochschulen, zur Reorganisation der Studien-, Forschungs- und Personalstruktur sowie zur Anpassung der Aktivitäten der Hochschulen an staatliche Vorgaben zielen darauf ab, die bestehende Struktur vollständig zu zerschlagen und das Verbleibende vollständig unter politische Kontrolle und Steuerung zu stellen.
Georgien wurde zum geschätzten Studienort im ERA-Raum
Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen gefährdet die Zukunft eines bedeutenden Teils des georgischen Hochschulsystems. Dies würde auch die Erfolge der umfassenden Reformprozesse der letzten Jahre zunichtemachen. Diese Reformen, die mit erheblicher europäischer Unterstützung durchgeführt wurden, haben Georgien zu einem geschätzten Studienort im Europäischen Forschungs- und Hochschulraum gemacht. Georgische Hochschulen sind daher willkommene Partner in der internationalen Zusammenarbeit in Forschung und Lehre.
Unterstützungsaufruf im ERA-Raum
"Wir, die Unterzeichner dieser Erklärung, erklären unsere Solidarität mit den georgischen Hochschulen. Wir fordern die georgische Regierung gemeinsam auf, dieses Konzept dringend aufzugeben. Gleichzeitig rufen wir alle Akteure im Europäischen Forschungs- und Hochschulraum dazu auf, ihre Solidarität mit den georgischen Universitäten zu bekunden und sie nach Kräften zu unterstützen", heißt es in der Resolution.